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Obwohl die Bewegung schon in den späten 1950ern begann, gab es in den Vereinigten Staaten erst während der 1960ern größere Impulse für die Entwicklung der Pop-Art. Zu dieser Zeit war die Werbung dort schon sehr weit entwickelt und nutzte viele Elemente der modernen Kunst. Als Konsequenz mussten die amerikanischen Künstler tiefer in die Trickkiste greifen, um dramatischere Stile zu entwickeln, die sich definitiv von denen der Werbung unterschieden. 

Als die Briten anfingen, die amerikanische Pop-Kultur in ihren Werken zu verarbeiten, stellten sie diese von einer eher distanzierten Perspektive dar, die oft auch romantisch verklärt oder mit humoristischen Untertönen versehen war. Die amerikanischen Künstler jedoch waren Tag für Tag mit dieser Art von in Massen produzierten Produkten konfrontiert, was sie im Allgemeinen zu eher aggressiverer Kunst anregte. 

Ein überaus wichtiger Künstler für die Gründung und Entwicklung der Pop-Art in den USA war Robert Rauschenberg. Während Rauschenberg sich von Dadaisten wie Kurt Schwitters inspirieren ließ, war sein Hauptaugenmerk sehr auf die sozialen Fragen der damaligen Gegenwart gerichtet. Sein Ansatz war es, Kunst aus vergänglichen Materialien der Gegenwart mit Themen des alltäglichen Lebens in Amerika zu verbinden. Seine Werke von Ende der 50er Jahre sind aber noch als „Neo-Dada“ zu klassifizieren, denn sie unterscheiden sich immer noch von denen der heute als klassische amerikanische Pop-Art bezeichneten Werke der 1960er Jahre. 

Genauso wichtig ist auch Roy Lichtenstein. Er arbeitete vor allem mit Parodien und setzte einen wiederum ganz neuen und anderen Standard. Er benutzte althergebrachte Comics als Gegenstand seiner Arbeiten, die er dann uminterpretierte. Das erste bekannte Arbeit war 1961 das Bild „Look Mickey (zu dt. Schau mal Micky)“, auf dem Mickey Mouse und Donald Duck dargestellt waren (Größe: 121.9 cm × 175.3 cm).

Look Mickey 1961 von Roy Lichtenstein

Look Mickey (1961) von Roy Lichtenstein 

Die Bilder von Lichtenstein, wie die von Andy Warhol, und anderen, teilen eine direkte Bindung an die alltäglichen Bilder der amerikanischen Popkultur. Aber sie stellen auch das besondere Flair und die Unpersönlichkeit der massenproduzierten Medien. Andy Warhol ist aber wohl der berühmteste Künstler der amerikanischen, ja sogar der weltweiten Pop-Art-Szene. Warhol versuchte, die Pop-Art weit über den künstlerischen Horizont hin zu einem Lebensstil zu entwickeln. Seine Werke präsentieren oft eine gewisse Gefühllosigkeit, die meist keine menschlichen Regungen wie Ironie oder Parodie beinhaltete, wie es so oft bei seinen Künstler-Kollegen der Fall war.

 

Campbell's Soup I (1968)

Campbell's Soup I (1968) von Andy Warhol (mehr)